MSW - Welten

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Sandy Wohlleben
update: 13.11.2019
Wir haben zu viele Hobbys und zu wenig Leben
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Reisebericht Schladming

Prolog oder der Tag davor So freut man sich auf den Urlaub. Obwohl ich lieber zu Hause geblieben wäre, beuge ich mich der ehelichen Allmacht und ziehe hinaus in die Freude, die sie unseren Urlaub nennt. Gut, dass wir im Zeitalter der neuesten Technik leben. Mein IPhone, hochmodern nimmt gleich mehrere Map-Dateien (Kartendaten zur Navigation) auf, sodass ich mich im Urlaub an jedem Ort auch wiederfinde. Gleich sechs oder siebenfach. Meine Gedanken kreisen um die mitzunehmende Technik, meine Frau kreist um die Koffer um auch ja keine Unterhose zu vergessen. Lieber ohne Laptop als nackt, meint sie. Ich sehe das eher andersrum. Als erstes muss aber mein Auto gesäubert werden. Madame mag das blitzblank geputzte Auto, mir reicht es, wenn ich durch die Scheiben gucken kann, schließlich ist es nur ein technisches Tool unter meinem Hintern, für sie ein Wohlfühlpalast mit Wohlfühlcharakter. Immerhin konnte ich meine defekten Autoschlüssel erfolgreich kurz vorher umtauschen, obwohl die Wartezeit sich über mehrere Telefonate und drei Wochen hinzog. Dafür war es eine Garantieleistung, gab aber nicht die Garantie fürs Wohlfühlen. So ein Schlüssel hat manchmal die Eigenschaft spurlos zu verschwinden. In der Wohnung! Ich schwöre Stein und Bein ihn auf die Flurablage gelegt zu haben. Die Urlaubsstimmung droht 24 Stunden vor Abfahrt zu zerbrechen. Die Suche zieht sich eine Weile hin, Schränke werden verrückt und unsere Katze beschuldigt, den Schlüssel verbusselt zu haben. Der Katastrophenalarm erreicht seinen Höhepunkt, mein Adrenalinwert schießt in die Höhe. Plötzlich fällt mir ein, dass ich die Zeitung auf den Beifahrersitz weggeschmissen habe. Lag da nicht auch der Schlüssel? Habe ich den dann im Papiercontainer entsorgt? Oh mein Gott! Wir rufen den Hausmeister an, damit er mit seinem Dreikant den Container öffnet. Ich sehe mich schon darin rumwühlen und alle Balkons unseres Hauses sind voll mit hämisch grinsenden Leuten, während meine Frau mich von unserem Balkon durch die Papiermassen dirigiert. „Mehr nach rechts, unter dem Karton, wo bist du denn plötzlich?“ Doch bevor es zu dieser schicksalhaften Wendung kommt, fragt meine Frau vorsichtig, ob ich vielleicht noch im Kofferraum war. KOFFERRAUM ich erinnere mich an den liegengebliebenen Beutel, den ich inzwischen in meinen Zimmern irgendwo hingelegt hatte. Ha, da ist der Verlorengeglaubte. Ich wusste von Anfang an, ich habe den Autoschlüssel abgelegt. Dass es der Beutel war und nicht der Flurschrank - nun ja wer kann sich schon alles merken. Womit wir beim Säubern sind. Das Auto muss blitzen, da wird gesaugt, gewienert und auch gemeckert, weil ich wieder mal nicht wie eine Frau denke. Das Auto bekommt ein neues Gesicht und ich trau mich gar nicht mehr einzusteigen. Es könnte ja dreckig werden. Ich fahre behutsam nach Hause und erinnere mich an den Schaber, der bei der Autowaschstation liegengeblieben ist. Ja Gott man kann ja mal was vergessen. Endlich können wir zu Hause packen. Sie die Koffer, ich die Technik. Habe ich ein Kabel vergessen? Bestimmt, wie immer.
Die Fahrt in den Urlaub - Tag 1
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Michael Waldow
Wenig geschafft - Tag 2 PDF-Datei lesen  BUTTON 
Kreisverkehrerei - Tag 3 PDF-Datei lesen  BUTTON 
Eseleien und andere Tiere - Tag 4 PDF-Datei lesen 
Natur pur - Tag 5 PDF-Datei lesen  BUTTON 
Wir holen auf - Tag 6 PDF-Datei lesen  BUTTON 
Regen, Sonne, Abschied - Tag 7 PDF-Datei lesen  BUTTON 
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